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09.06. – 22.06.2010 @ C.Rockefeller, Dreden, Germany


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english version (german version below)

“…
PROFITING FROM THE PROFILE

Henry Ford, the car manufacturer, in inventing the assembly line, symbolizes the idea of mass production. A term that bares his name – fordism – describes the principle of mass production for an anonymous customer. Post-fordism on the other hand, (also dubbed “toyotism” since Toyota is known for introducing it) has proved to be a more successful strategy of mass production by producing cars on demand. When production depends on the sales, a company is able to lower storage costs, prevent overproduction, and quickly adapt to changes in the industry. For post-fordism to work, however, it is essential to gather information about the customer’s wishes and then be able to satisfy them.

Post-fordism has huge implications outside of the auto industry. Media firms have realized that information gathering and segmentation of audiences into homogeneous consumer groups proves highly profitable. In the case of media this process enables advertisers to target only the specific group they are interested in. Again, this model requires a reliable and detailed system of consumer feedback that provides details about personal interests and behaviors. This system has manifested itself as the ‘user profile’ in which anonymous information is derived from statistics, or consumer voluntarily provide personal information about their demographic such as age, sex, nationality, profession, and interests. As entities requiring user profiles often promise a reward, or service of some kind, tracking down personal and behavioral information is not seen as privacy invasion, but as two-way relationships between media and consumer.
…”

german version

“…
VOM PROFIL PROFITIEREN

Mit der Erfindung des Fließbandes symbolisiert der Autofabrikant Henry Ford die Massenproduktion schlechthin. Sein Name prägte den Begriff Fordismus, der für das Prinzip einer Massenproduktion für einen anonymen Endkunden steht. Als weit erfolgreichere Strategie der Massenproduktion hat sich indessen der Postfordismus erwiesen (nach ihrem ersten weltweit bekannten Anwender Toyota auch Toyotismus genannt); hierbei werden Autos on demand – also nur auf Nachfrage – produziert. Eine Produktion, die sich am tatsächlichen Verkauf orientiert, spart der Firma Lagerkosten, Überproduktion wird vermieden und es kann rasch auf Veränderungen reagiert werden. Damit der Postfordismus auch funktioniert, ist es allerdings unerlässlich, die Wünsche der Kunden genau zu kennen und sich dann nach ihnen zu richten.

Der Postfordismus hat auch außerhalb der Autoindustrie enorme Auswirkungen. Medienfirmen sind längst dahinter gekommen, dass es höchst profitabel ist, Informationen über den Kundenkreis zusammenzutragen und diesen dann in homogene Verbrauchergruppen einzuteilen. Im Fall der Medien ermöglicht dieses Verfahren, Werbung genau zu platzieren. Dieses Modell erfordert wohlgemerkt ein zuverlässiges und differenziertes System des Verbraucherfeedbacks, das Details über Vorlieben und Verhaltensweisen liefert. Ein solches System manifestiert sich im “Nutzerprofil”, wo eher anonyme, aus der Statistik abgeleitete Informationen stehen können, oder auch solche, die explizit und von den Kunden freiwillig zur Verfügung gestellt werden – persönliche demografische Daten wie Alter, Geschlecht, Nationalität, Beruf und Interessen. Dem Bereitstellen persönlicher Angaben werden häufig eine Belohnung oder ein besonderer Service in Aussicht gestellt, der auf die persönlichen Interessen und Vorlieben des Kunden eingehen kann; persönliche Daten und Informationen über das Verhalten abzufragen wird so von der Allgemeinheit nicht als Übergriff auf die Privatssphäre angesehen, sondern als Zeichen einer Wechselbeziehung zwischen Medium und Benutzer gedeutet.
…”

excerpt from “DEFRIENDING THE WEB” by Dennis Knopf, 2009
published in “DIGITAL FOLKLORE” by Olia Liglina & Dragan Espenscheid (Ed.)
ISBN: 978-3-937982-25-0; copyright 2009 Merz Akademie Stuttgart